2024

04.06.2024

Jugend hin zum Materialismus! An die Antifa Jugend Aachen.

Die örtliche Nachwuchsantifa ist angekommen. Nachdem wochenlang die Salamitaktik angewendet wurde, werden nun im Einklang Volks- und Wahlpalästinensern die ganz großen Geschütze Richtung Israel gerichtet. Es tönt “unverhältnismäßig”, “verbrecherische Kriegsführung”, “Völkermord” und “Genozid”. Müßig im Einzelnen zu belegen, warum die Vorwürfe haltlos sind: der Antisemitismus ist nicht an seinem Objekt, sondern an seinem Träger zu erkennen und zu denunzieren. Ein pikantes Detail ist in dem israelfeindlichen Statement des Antifanachwuchses jedoch enthalten: Man hat offensichtlich gut zugehört bei den periodischen Einführungsvorträgen zu Antisemitismus, dem antideutschen Lamentieren über den sekundären Antisemitismus und außerdem die Bildungsbroschüren der Amadeu Antonio Stiftung und sonstiger Verdummungsagenturen aufmerksam gelesen. Verräterisch bleibt dennoch die Rede von den “jüdischen Mitbürger*innen”, die überführt, wessen Geistes die Schreiberlinge sind: Denn es impliziert, Juden seien immer nur geduldete Gäste der ‘indigenen Bevölkerung’. weiterlesen

18.03.2024

Altbekannter Etikettenschwindel bei der Szenezeitung Tacheles

Mitte November vergangenen Jahres legte die Redaktion der Aachener Szenezeitung Tacheles im Duktus des langsam am Weltschmerz Verendenden ihre Unkenntnis in Bezug auf den sog. Nahostkonflikt offen:

„Normalität. Was nicht alles schon normal geworden ist. Krieg, Klimakatastrophe, Kapitalismus – alles ganz normal. Erschüttert wurde dieser graue Schleier der Realität durch den grauenhaften Überfall der Hamas auf Israel und der darauf folgenden todbringenden Reaktion der israelischen Regierung. Denn das massenhafte Ermorden Unbeteiligter, in Gaza und in Israel, durch Gewehre, Macheten, Raketen und Bombardements ist abscheulich in einem Ausmaß, das uns selbst in der heutigen, mit Leid und Grausamkeit übersättigten, Nachrichtenlandschaft schockiert, traurig und wütend gemacht hat. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden uns auf die Schnelle einen Text zum Nahostkonflikt aus den Fingern zu saugen. Wir haben weder besondere Expertise, noch maßen wir uns an, hier einzigartige Lösungsvorschläge bieten zu können.“ (Tacheles Nr. 12, Editorial)

Ihre Unkenntnis ist an sich nichts, was die Redaktion in negativer Weise von der örtlichen linkspolitischen Szene abhebt und das Eingeständnis nicht zu verstehen, was vor sich geht, keine Schande. weiterlesen

11.03.2024

Rückblick 8. März: “Israelische Frauen interessieren mich nicht!”

Wie in vielen anderen Städten auch, zeigte sich anlässlich des diesjährigen Frauenkampftags in Aachen, wie sehr es mit dem linken Feminismus bergab geht. Ein Teil der örtlichen Sol-Kundgebung schloss sich, wie vorher öffentlich angekündigt, der Demo des Frauenkampftagsbündnisses an.

Zulauf gab es also z.B. von einer Sol-Kungebungsteilnehmerin, die in Richtung Gegenprotestierern freimütig bekannte: “Israelische Frauen interessieren mich nicht!” Offensichtlich ist es nämlich so, dass am Frauenkampftag eben nicht allen Frauen Mut gemacht werden soll, Jüdinnen werden von der internationalen Solidarität ausgeschlossen. Ganz im Sinne des Intersektionalismus, sollte sich ihr mutmaßlich cis-männlicher Begleiter im weiteren Verlauf des Abends ebenfalls der Frauenkampftagsdemo anschließen und dort fortan mit einem “Kein Feminismus ohne den gemeinsamen Kampf der palästinensischen Frauen”-Schild herumwedeln. Ebenfalls anwesend war später eine Sol-Kundgebungsteilnehmerin, die im raunenden Ton rhetorisch in Richtung Gegenprotest fragte: “Sie wissen schon, dass die entführten Frauen IDF-Soldatinnen sind?” Wenn dies so ist, so die implizite Schlussfolgerung, muss die fortdauernde misogyne und sexualisierte Gewalt gegen die im Gazastreifen gefangen gehaltenen israelischen Frauen wohl legitim sein, wenn nicht gar als antikoloniale Gegengewalt gelten. weiterlesen

07.03.2024

Keine Kumpanei mit antisemitischen Linken – Auch nicht am Frauenkampftag!

Den Frauenkampftag nimmt die Sozialistische Organisation Solidarität Aachen (Sol) zum Anlass zu verkünden:

“Die Begründung der rechtsextremen israelischen Regierung für das Massaker ist der Hamas-Angriff vom 7. Oktober. Doch Unterdrückung und Gewalt gegen Palästinenser*innen gab es auch vorher schon. Der Zulauf zur reaktionären und frauenfeindlichen Hamas ist mitunter ein Ausdruck der alltäglichen, seit Jahrzehnten anhaltenden Brutalität und Unterdrückung durch Israel.” (https://bewegungsmelder-aachen.de/…/kundgebung-zum…/)

Es ist wie so oft: Die ewig gleiche Leier wird an ein Thema geheftet, das dadurch zum auswechselbaren Container verkommt. Konkret bedeutet das bei der Sol, dass das reale Massaker von Hamas und sonstigen Personen mit Gazahintergrund auf Israel projiziert und der hundertfache Judenmord zum “Angriff” verklärt wird. Dies gilt auch für die mittlerweile selbst von der UN als solche anerkannte massenhafte sexualisierte Gewalt gegen jüdische Frauen, gerade so als hätte es sich dabei um eine geschickte Kriegstaktik a la Clausewitz gehandelt, und impliziert, dass auch die Gruppenvergewaltigungen der palästinensischen “Befreiungskämpfer” letztlich als Putativnotwehr gegen die anhaltende Brutalität Israels zu verstehen seien. Unterdrückung freilich gibt es nur bei den “Palästinenser*innen” und diese geht – so Sol – selbstredend von Israel aus. weiterlesen