Auch interessant findet es das AZ in seinem Post vom 3.11., dass am 9.11. vor der Aachener Synagoge die jährliche Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichspogromnacht stattfindet. Die von den Veranstaltern ausgegebene Losung “der Opfer gedenken, aus der Geschichte lernen” wird flott ins sharepic übernommen und schon ist das linke Gewissen beruhigt.
Auch interessant ist, wie durch das AZ das Erinnern als höchste Form des Vergessens performt wird, indem man sich auf die Geschichte Deutschlands bezieht. Dabei bieten die vergangenen zwei Jahre reichlich Anlass aus der eigenen Geschichte zu lernen, die – die Genossen ohne Instagrampolitisierung werden es wissen – von den Menschen gemacht wird, wenn auch nicht aus freien Stücken. Von der Verantwortung für das eigene politische Handeln entbindet die marxsche Sentenz niemanden.
Über zwei Jahre wurde militanten Antisemiten Infrastruktur zwecks Organisierung, martialischer Selbstdarstellung, zum Vorbereiten von Propagandaaktionen und als Basis für das aggressive Vorgehen gegen sog. Zios bereitgestellt. Der antisemitische Normalzustand im AZ drückt sich seitdem in Stickern, Graffitis und der Selbstverständlichkeit aus, mit der linker Antisemitismus dort offen gezeigt werden kann. Die einzige wahrnehmbare Konsequenz daraus war, dass jeder, der noch alle Sinne beisammenhat, diesem Moloch mittlerweile den Rücken gekehrt hat. In dem Umfeld, das aktiv auf diese Entwicklung hingearbeitet hat, wird mittlerweile in offener Nazimanier über die Zerstörung der zionistischen Entität und die Vernichtung liberaler Verständnisse in den beanspruchten politischen Räumen schwadroniert. So sieht der hässliche linke Flügel der globalisierten Intifada aus, die einen ihrer zahlreichen Stützpunkte im AZ aufgeschlagen hat.
Durch die Instrumentalisierung der Toten versucht man nun sich davon freizumachen, der größten antisemitischen Massenbewegung seit 1945 sekundiert zu haben. Unterm Schlussstrich soll es weitergehen wie zuvor.
AZ halt‘s Maul!

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